Mit beiden Beinen WIEDERAUFNAHME 2015

Theater parfin de siècle

Schauspiel von Fred Kurer

Uraufführung

Inszenierung: Regine Weingart
Bühnenbild: Bühnenbild-Crew
Ton: Stefan Suntinger
Licht: Allan McGee

Gian Kubli: Arnim Halter
Giulia Kubli: Ursula Affolter
Trix: Nathalie Hubler

Fred Kurer:
Lohnt sich ein Ausbruch aus vorgegebenen, scheinbar festgefügten Lebensformen? Mit dieser Frage beschäftigt sich der St. Galler Autor in seinem Schauspiel. Und: Steht man wirklich fest auf dem Boden, mit beiden Beinen? Bedeutet Abkehr oft nichts anderes als Flucht? Der pensionierte Lehrer Gian zieht sich, dem fortgeschrittenem Alter, seiner schweren Behinderung und den Protesten seiner Familie zum Trotz, ins abgelegene Haus seiner verstorbenen Grosseltern im Unterengadin zurück, um dort die Geschichte der beiden zu ergründen und dokumentieren - und sich indirekt so selber, wie er hofft, zu finden. Sein Grossvater, Draufgänger, hatte sich aus der Heimat verabschiedet, um sich als Ingenieur mit seiner Frau Helena, einer St. Galler Künstlerin, quer durch die USA durchzuschlagen. Widrige Umstände zwangen ihn zur Heimkehr. Das Idealbild, das sich der alte Gian von seinen Vorfahren zurechtgemacht hatte, wird durch seine Recherchen erschüttert. Zudem fallen Freunde und Menschen, die ihm sein neues Leben eine Zeitlang erleichtern bis ermöglichen, nacheinander durch Unfall oder Krankheit aus und machen sein Leben zunehmend schwieriger. Der Winter naht. Trix, eine Studentin, ursprünglich als Sekretärin angeheuert, springt für Vieles in die Lücke und wird für den Alten zur zentralen Figur. Die Offenlegung ihres Plans, sich demnächst zusammen mit ihrem wieder aufgetauchten Mann nach Amerika absetzen zu wollen, öffnet Abgründe.
Das Thema „Weg von allem“ ist das eigentliche Thema des Stücks; es wird dokumentiert anhand dreier Fälle bzw. Generationen.