Frühere Verhältnisse, Johann Nestroy

Frühere Verhältnisse
eine Posse mit Gesang von Johann Nestroy

Herr Scheitermann versucht seit seiner Hochzeit mit der aus einer Professorenfamilie stammenden Josephine, vor ihr seine einfache Herkunft zu verbergen. Der Schwindel droht aufzufliegen, als ihre früheren Dienstboten gekündigt werden, der Hausknecht von Scheitermann, weil er Zigarren gestohlen hatte und das Dienstmädchen von Josephine, weil sie ihren Gatten dabei erwischte, wie er ihr die Wangen streichelte:

Wie doch die Frauen immer nach dem Schein urtheilen! Willenlose Handbewegung, unabsichtlicher Dienstboth, zufällige Durchkreuzung der Handbewegungslinie durch die über‘s Zimmer schusselnde Dienstbothenwange, da muß man nicht gleich eine Intention d’rinn suchen wollen.“

Als neues Dienstmädchen bewirbt sich Peppi, die schon Köchin bei Josephines Vater war und dort die vielen Liebschaften Josephines miterlebt hatte. Danach wurde Peppi Schauspielerin bei einer "ambulanten Bühne". Jetzt sehnt sie sich "in die gemütlichen früheren Verhältnisse" zurück. Josephine stellt sie ein und klagt sofort, dass ihr Gatte zwar reich, aber etwas dumm sei, was Peppi sofort positiv einschätzt:

Reich und dumm?! – Sie sind ja ein Glückskind!“

Noch schlimmer wird es, als ausgerechnet der heruntergekommene Anton Muffl, bei dem der jetzige Hausherr einst selbst Hausknecht war, sich für diese Stelle bewirbt. Dazu kommt noch, dass er während Peppis Theaterzeit mit ihr eine Affäre hatte. Sofort setzt Muffl Scheitermann mit seinem Wissen um seine niedrige Vergangenheit unter Druck und beginnt ihn schamlos zu erpressen „O, ich will euch ein furchtbarer Hausknecht sein.“. Peppi glaubt durch ein falsch verstandenes Gespräch der beiden Männer, in ihm den Komplizen Scheitermanns bei einem Raubüberfall zu entlarven. Muffl wiederum glaubt, Peppi sei nun die Gattin Scheitermanns, erst durch eine heftige Kontroverse aller vier Beteiligten klären sich die Irrtümer auf, was Scheitermann als die Hauptsache ansieht. Muffl findet das richtige Schlusswort:

Nein, die Hauptsach' is, (mit Bezug auf das Publikum) daß auch sonst Niemand die ‚früheren Verhältnisse‘ uns übel nimmt.“
 

Herr von Scheitermann, Holzhändler: Volker Ranisch
Josephine, dessen Frau: Isabelle Rechsteiner
Anton Muffl, Hausknecht: Matthias Flückiger
Peppi Amsel, Köchin: Regine Weingart
Direktor und Regie: Arnim Halter
Bühnenbild: Bühnenbild-Crew
Musik und Ton: Stefan Suntinger
Technik: Allan McGee, Simon Härter

 

Wir danken für die Unterstützung:
SMKK-Stiftung
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Walter und Verena Spühl-Stiftung
Herrn Thomas Gutzwiller
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